Was sind Lernzeiten?
„Mit Lernzeiten sollen Zeiten für neue Formen des Lernens geschaffen werden, die über die klassische Hausaufgabenbetreuung hinausgehen. Sie können in den Unterricht integriert sein oder außerhalb des Unterrichts stattfinden und durch eine Lehrkraft oder pädagogische Fachkraft begleitet werden. In den Lernzeiten können zum Beispiel Wochenplanarbeit, (Frei-) Arbeits- oder Übungsstunden stattfinden.“ (https://www.qua-lis.nrw.de/system/files/media/document/file/handreichung_lernzeiten.pdf (letzter Aufruf 11.3.2026))
Von Hausaufgaben zu Lernzeiten
Lernzeiten ermöglichen es Kindern, ihre Aufgaben direkt in der Schule zu erledigen und dabei Unterstützung von Lehrkräften zu erhalten. Dadurch können Fragen sofort geklärt werden, was das Verständnis des Lernstoffs verbessert. Gleichzeitig werden Unterschiede in der Unterstützung zu Hause ausgeglichen, sodass alle Kinder ähnliche Lernbedingungen haben.
Insbesondere Kinder mit Zuwanderungsgeschichte (im Schuljahr 2025/26 gilt dies an der Meyerstraße für ≈ 76% aller SuS) und Sprachbarrieren dürften von Lernzeiten profitieren, da sie außerhalb der Schule nur eingeschränkt unterstützt werden können.
Ein weiterer positiver Effekt ist die Förderung der Selbstlernkompetenz, der Selbstwirksamkeit und der Eigenverantwortlichkeit für den eigenen Lernfortschritt. Die direkte Anknüpfung an den Unterricht und die daraus resultierenden Möglichkeiten, das Erarbeitete zu vertiefen, einzuprägen und anzuwenden, dürfte einen deutlich positiven Einfluss auf die individuelle Lernentwicklung haben.
Warum Lernzeiten statt Hausaufgaben an unserer Schule?
Im Schuljahr 2024/25 hat unser Kollegium und das Team des Offenen Ganztags beschlossen, ein Konzept zur Veränderung und Umstrukturierung der Hausaufgaben und der Hausaufgabenbetreuung in der bisherigen Form hin zu einem neuen Lernzeitenkonzept zu entwickeln. Ausschlaggebend für diese Entwicklung an unserer Schule waren Überlegungen zur Zielvereinbarung im Rahmen des Startchancenprogramms, die im Schuljahr 2024/25 u.a. herausstellte, dass der Aufbau des selbstgesteuerten Lernens mit differenzierten, herausfordernden und problemorientierten Aufgabenstellungen als ein Schwerpunkt unserer zukünftigen Unterrichtsarbeit zu sehen ist.
Hierzu trägt bereits unser Förderkonzept bei, welches die Möglichkeiten einer individuellen und inklusiven Förderung unserer Schüler:innen sichert. In diesem Zusammenhang darf der Bereich der Hausaufgaben nicht außer Acht gelassen werden, ergeben sich doch gerade durch die Verlagerung von Hausaufgaben hin zu einem Lernzeitenmodell weitere Chancen und Möglichkeiten der individuellen Förderung für alle Kinder unserer Schule, unabhängig von der Zugehörigkeit zum Offenen Ganztag.
Ziele der Lernzeiten
- individuelle Förderung und Forderung, prozessorientierte Unterstützung beim Lernen,
- Entwicklung der Persönlichkeit und Hinführung zum selbstständigen Lernen,
- Chancengerechtigkeit für alle Schülerinnen und Schüler unter Berücksichtigung sozialer Unterschiede,
- ganzheitliche Bildung, da ein erweiterter Zeitrahmen in der Grundschule die Möglichkeit für eine veränderte Lernkultur mit individualisierten Lern-, Übungs- und Förderformen bietet
- engere Vernetzung zwischen Lehrkräften und pädagogischem Personal des Offenen Ganztags
- Entlastung der Hausaufgabensituation in den Familien
Lernzeiten konkret
- Lernzeiten ersetzen die Zeiten der schriftlichen Hausaufgaben zu Hause, mündliche Hausaufgaben wie tägliches Lesen üben oder Kopfrechnen verbleiben in Elternhand.
- Die SuS lernen, selbstorganisiert Aufgaben zu erledigen und können individuell gefördert werden.
- Lernzeiten sind Zeiten zum Üben und Wiederholen, aber auch Zeiten zur Förderung des sozialen Miteinanders, zum spielerischen Lernen, Bewegen und Singen.
- Zur individuellen Förderung bzw. als begleitendes Förderangebot stehen in den Klassenräumen vielfältige Freiarbeitsmaterialien / Spiele / Lernspiele zur Verfügung.
- Lernzeiten bilden eine Einheit mit dem Unterricht, sie überwinden die Trennung von Unterricht und Üben.
- Wir achten bei der Stundenverteilung darauf, möglichst vielfältige Unterstützung während der Lernzeit durch pädagogisches Fachpersonal zu ermöglichen.
- Rückmeldungen zu den Lernfortschritten innerhalb der Lernzeiten findet über Lernzeitprotokolle auf den Arbeitsplänen, mündliche Rückmeldung im Gespräch mit den Schüler:innen und bei Elternsprechtagen statt.
Struktur der Lernzeiten an unserer Schule
- Zusätzliche Pflichtstunden am Vormittag in der Schule – Hausaufgaben werden auf ein leistbares Niveau reduziert (10-15 Minuten täglich)
- Die Wochenstundenzahl orientiert sich an den rechtlichen Vorgaben für den zeitlichen Umfang von Hausaufgaben:
- Klassen 1+2: max.30 Minuten täglich ≙ 150 Minuten; davon ca. 60 zuhause
- Klassen 3+4: max.45 Minuten täglich ≙ 225 Minuten, davon ca. 75 zuhause
Hierdurch ergibt sich diese Stundentafel:
| Klassen 1 | Klassen 2 | Klassen 3 | Klassen 4 |
| 23 | 24 | 27 | 28 |
Die Lernzeit findet in den jeweiligen Klassenräumen statt und von der Klassenleitung, zusätzlichen Lehrkräften, pädagogisch geschultem Personal der Betreuung, sowie Sonderpädagogen und MPT durchgeführt und betreut.
